Die Rückkehr und der Rookie
Die Bühne für die MOTOGP-Saison 2013 ist bereitet. Valentino Rossi, neunfacher WELTMEISTER auf zwei Rädern, kehrt zu Yamaha zurück, nachdem er zwischen 2004 und 2010 vier Titel mit dem japanischen Team gewonnen hat. Titelverteidiger Jorge Lorenzo steht vor der schwierigen Aufgabe, Rossi, nun wieder sein Teamkollege, zu schlagen. 2010 gelang ihm das, im Jahr davor hatte er jedoch verloren. Nun peilen die beiden Honda-Fahrer Daniel Pedrosa, zweimal Vizeweltmeister, und Rookie Marc Márquez den Titel an. Nach sieben Rennen, in denen sich das Quartett die Siege teilte, führt Pedrosa die Gesamtwertung an. Doch auf dem Sachsenring, der gegen den Uhrzeigersinn befahren wird, kommt es zu einer entscheidenden Wendung. Während des Rennens in Deutschland verletzen sich Lorenzo und Pedrosa und müssen in ihren Boxen bleiben. Márquez gewinnt das Rennen: sein zweiter Triumph in der Königsklasse, nachdem er bereits als jüngster Fahrer auf dem Circuit of the Americas triumphiert hatte. Der spanische Rookie holt sich anschließend drei weitere Siege in Folge, darunter eine denkwürdige Episode...
Ein genialer Zug
Die berühmte Corkscrew, Kurve 9 in Laguna Seca, sorgt in jeder Motorsportserie, die auf dieser Strecke ausgetragen wird, für packende Positionskämpfe. Die Ausgabe 2013 sollte die bisher letzte für die MOTOGP sein. Stefan Bradl sicherte sich seine erste Pole-Position und verteidigte die Führung bis zum Start. In Runde 4 wurde das Bild des Rennens geschossen. Marc Márquez, der Valentino Rossi aufholte, überholte ihn in einem klassischen Corkscrew-Manöver außen, zog am Italiener vorbei und nahm die Jagd auf Bradl auf. 15 Runden später überholte er ihn und fuhr unter der kalifornischen Sonne als Erster über die Ziellinie. Nach den erwähnten vier Siegen kämpfte Lorenzo zwar zurück, konnte den Abstand aber nur verkürzen. In Australien sichert sich Márquez drei Rennen vor Schluss seinen ersten Matchball. Aufgrund unsicherer Asphaltverhältnisse wird ein Motorradwechsel mitten im Rennen vorgeschrieben. Irrtümlicherweise fährt Márquez eine Runde zu spät in die Box. Daraufhin wird er disqualifiziert und verliert einen Großteil seiner WM-Führung, bleibt aber dennoch Weltmeister.
Ruhm
In Motegi feiert Yamaha mit Lorenzo den 200. Heimsieg in dieser Kategorie. Sein Honda-Rivale bleibt ihm jedoch dicht auf den Fersen und belegt den zweiten Platz. Pedrosa scheidet mit Platz drei aus dem Titelrennen aus, in dem Rossi ohnehin nie wirklich eine Rolle spielte, da er regelmäßig hinter dem Trio landete. Valencia wird über beide Meisterschaften entscheiden, da auch die Herstellerwertung noch offen ist. Márquez holt sich seine neunte Pole-Position in 18 Rennen. Lorenzo liegt in den letzten Runden vor Pedrosa und setzt den 20-jährigen Rookie damit stark unter Druck. Rossi ist nah dran am Podium, aber nicht in Schlagdistanz. Somit bleibt nur noch ein Platz auf dem Podium frei, und der geht an... Márquez. Er verteidigt souverän seinen dritten Platz, der ihm die Meisterschaft eingebracht hat, und wird jüngster MOTOGP-WELMETISER aller Zeiten. Sein Team Honda sichert sich die Konstrukteurskrone! Diesem Triumph folgen die ersten zehn Rennen des Jahres 2014, die allesamt – Sie ahnen es schon – Marc Márquez gewinnt.