Die WELTMEISTERSCHAFT existiert seit 1950. Doch wie sah ihre Entstehung und Entwicklung aus? „FORMEL“ steht für ein Regelwerk, an das sich alle Teilnehmer halten müssen. Von Anfang an regelte der Dachverband den Sport, wobei die CSI (später FISA) zunächst als Organisator fungierte. Vor 1958 gewann lediglich der Fahrer mit der höchsten Punktzahl den WELTMEISTERTITEL. Danach konnten auch die Konstrukteure diese Auszeichnung erringen. In den ersten 20 Jahren zählte nur das bestplatzierte Auto pro Rennen. Bis 1990 wurden zudem nur die besten Ergebnisse in die Wertung aufgenommen, deren Anzahl im Laufe der Jahre variierte. Heute zählt jede Leistung von Fahrern und Teams.
Der grösste Streit entbrannte Mitte der 1970er-Jahre. Erfolgreiche britische Teams waren verärgert darüber, nur einen Bruchteil des Startgeldes zu erhalten, das der größte Name, Ferrari, einstreichte. Enzo Ferrari, auch bekannt als „Il Commendatore“, nannte die Teams, die Ford Cosworth DFV-Motoren verwendeten, „Garagisti“, da sie nicht mit eigenen Motoren fuhren. Hier griff Bernie Ecclestone, der bereits in den Jahren zuvor als Teammanager tätig gewesen war, entscheidend ein. Nun selbst Brabham leitend, gründete er die FOCA, den Konstrukteursverband, der bereit war, gegen Konstrukteure wie Ferrari und die von Jean-Marie Balestre geführte FISA anzutreten, um einen Kontrast zu schaffen. Der Aufstieg teurer und leistungsstärkerer Turbomotoren sowie der Wunsch der FISA, aerodynamische Schürzen zu verbieten, die letztendlich einen Vorteil für die FOCA-Mitglieder darstellten, führten zu maximalen Spannungen. Ferrari, Renault und Alfa Romeo entwickelten Turbomotoren und erhielten Unterstützung von der FISA. Die ersten drei Saisons der 80er-Jahre waren von zahlreichen Boykotten geprägt, der bedeutendste davon beim GROSSEN PREIS VON SAN MARINO 1982, an dem nur 14 von 30 Autos teilnahmen. Die sogenannten „Concorde-Agreements“ folgten und lösten die Probleme nach und nach. Diese Vereinbarungen werden für unterschiedliche Zeiträume erneuert und sichern die Zukunft des Sports.
Die FOCA stand zwar den grossen Konstrukteuren gegenüber, doch Ecclestone sicherte sich die Fernsehrechte so geschickt, dass er den gesamten Wettbewerb faktisch kontrollierte. Ohne die Übertragung der Rennen wären die Teams schnell verschwunden und es hätte keine Rennen mehr gegeben. Bernie Ecclestone führte die wirtschaftlichen und technischen Debatten mit Geschick und profitierte nicht nur persönlich davon, sondern prägte die FORMEL 1 über die Jahre hinweg, bevor er vor weniger als zehn Jahren seine Führungsposition abgab. Nicht zuletzt hatte der Mann, der den Höhepunkt des Motorsports markierte, selbst Gefallen am Rennsport gefunden, auch wenn sein Qualifikationsversuch beim GROSSEN PREIS VON MONACO 1958 nicht seine beste Leistung in diesem Sport war...