Ferrari, Renault, Honda. Motorenhersteller, die den Motorsport über Generationen hinweg dominiert haben. Doch keiner von ihnen hat den erfolgreichsten Motor aller Zeiten hervorgebracht. Diese Ehre gebührt dem einzigartigen Ford-Cosworth DFV. Alles begann Mitte der 60er-Jahre, als der Hubraum für Saugmotoren auf 3000 cm³ verdoppelt wurde. Da Lotus dringend Wettbewerbsvorteile benötigte, schloss Gründer Colin Chapman schliesslich einen Vertrag mit Ford und Cosworth ab, um einen passenden Antriebsstrang für seine FORMEL-1-Wagen zu entwickeln. Bei seinem Debüt beim GROSSEN PREIS DER NIEDERLANDE 1967 triumphierte Jim Clark auf Anhieb, während sein Teamkollege Graham Hill aufgrund technischer Probleme ausschied. Schnell wurde jedoch eines deutlich: Die Motoren der Konkurrenten waren entweder zu schwer, unzuverlässig oder ihre Zukunft ungewiss. Zudem war der DFV preisgünstig, sodass sich jedes private Team das Produkt einfach leisten und in seinem Chassis einsetzen konnte. Ferrari und BRM waren die einzigen Teams, die durchgehend ihre eigene Konstruktion verwendeten.
Tatsächlich nutzten von 1973 bis 1975 mindestens 80 % der Teams den DFV. Die Scuderia aus Maranello feierte 1975, 1977 und 1979 Doppeltitel und weitere Konstrukteursmeisterschaften 1976 und 1982. Alle anderen Titel gingen an von Ford-Cosworth unterstützte Teams. Beeindruckenderweise wurden 77 FORMEL-1-Podiumsplätze von Fahrzeugen mit DFV-Motor erreicht, während 1969 und 1973 alle Grand Prix mit dem Serien-DFV gewonnen wurden. Insgesamt errang er 155 Siege und trug zu 12 FAHRER- und 10 KONSTRUKTEURSTITELN bei.
Um leistungsmässig an der Spitze zu bleiben, wurde der Bodeneffekt perfekt abgestimmt und verschaffte den privaten Rennteams einen enormen Vorteil. Dieser aerodynamische Vorteil wird durch die gewölbte Unterseite des Wagens erzielt. Dadurch wird die Luft unter dem Unterboden beschleunigt, wodurch ein Sog, der sogenannte Abtrieb, entsteht, der das Fahrzeug massiv auf die Strasse drückt und die Reifenhaftung deutlich erhöht. Der 90°-Winkel des V8-DFV ermöglichte diese Formgebung, doch die flachen Ferrari-V12-Motoren standen im Weg und wurden schnell überholt. Die Dominanz endete, als finanzstarke Unternehmen 1500-cm³-Turbomotoren entwickelten, die zwar anfänglich über 150 PS leisteten, aber schwerer waren und beim Anfahren weniger Leistung zeigten – das sogenannte Turbolag. Dennoch gingen private Unternehmen neue Partnerschaften ein, um die aufstrebende Technologie weiterzuentwickeln. Das DFV-Konzept wurde weiterentwickelt, gewann 1983 mit Michele Alboreto sein letztes Rennen und ging zuletzt 1991 beim GROSSEN PREIS VON AUSTRALIEN an den Start.