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WONDERWOMEN



782 Fahrer gingen bei einem GRAND PRIX an den Start, weitere 132 versuchten sich zu qualifizieren. Unter diesen 916 Fahrern waren nur 5 Frauen – ein verschwindend geringer Anteil von 0,5 %. Die Neapolitanerin Maria Teresa de Filippis schrieb 1958 Geschichte, als sie als erste Frau an einem GRAND PRIX teilnahm und mit dem 10. Platz ihr bestes Ergebnis erzielte. Eine Reihe von Unfällen, bei denen sie enge Freunde verlor, brachte sie jedoch zum Rücktritt vom Rennsport. Erst 1974 kehrte eine Frau auf die Rennstrecke zurück, und sie war die bis heute erfolgreichste: Lella Lombardi aus Norditalien. Obwohl sie sich bei ihrem einzigen Start in diesem Jahr nicht qualifizieren konnte, zeigte sie 1975 ihr Talent und startete bei 10 der 12 Rennen, an denen sie teilnahm.

Beim GROSSEN PREIS VON SPANIEN schrieb Lombardi Geschichte. Vom letzten Startplatz aus fuhr sie bis auf den 6. Platz vor. Tragischerweise wurde das Rennen durch den Unfall von Rolf Stommelen beendet, bei dem vier Zuschauer ums Leben kamen. Schon vor dem Start gab es Zweifel an der Sicherheit des Stadtkurses, insbesondere an der Leitplanke. Daher boykottierten bis auf zwei Fahrer alle das Training. Trotzdem erschienen am Sonntag bis auf einen alle am Start. In Runde 25 flog Stommelens Wagen nach einem ersten Aufprall über die Leitplanke, was zu dem tragischen Unfall führte und ihm Beinbrüche bescherte. Das Rennen wurde vier Runden später abgebrochen und nicht wieder aufgenommen, sodass weniger als 75 % der Distanz zurückgelegt waren. Daher wurden in der Formel 1 erstmals halbe Punkte vergeben. Lombardis Punkt für Platz 6 wurde zu einem halben Punkt – die bis dato einzige Punktzahl einer Frau in diesem Motorsport.

Später in der Saison war ein guter siebter Platz auf dem tückischen Nürburgring ihr letztes Top-10-Ergebnis. 1976 beendete sie ihre Karriere nach zwei weiteren Starts. Im selben Jahr wurde die Britin Divina Galica (zweifache Bronzemedaillengewinnerin im SKIWELTCUP) die dritte Fahrerin, die erfolglos am GROSSEN PREIS VON GROSSBRITANNIEN teilnahm. Sie versuchte es erneut bei den ersten beiden Rennen 1978, schaffte es aber wieder nicht in die Startaufstellung. 1980 versuchte es Desiré Wilson in Silverstone, ebenfalls mit dem gleichen Ergebnis. Die Südafrikanerin nahm 1981 tatsächlich an ihrem Heimrennen teil, doch die Veranstaltung wurde aufgrund des anhaltenden Streits zwischen FISA und FOCA für ungültig erklärt. Giovanna Amati, die einige erfolglose Qualifikationsversuche unternahm, ist die letzte Frau, die zu Beginn der Saison 2026 versucht, in der Königsklasse des Motorsports anzutreten.

Weitere Fahrerinnen und Fahrer haben für ein FORMEL-1-Team getestet oder sind einem Team beigetreten, nämlich (nach Nachnamen): Fisher, Legge, de Villota, De Silvestro, Jordá, Chadwick, Calderón, Hawkins. Auch Susie Wolff gehört dazu. Sie fuhr 2014 und 2015 in vier offiziellen Freien Trainings einen Williams und wurde schließlich Geschäftsführerin der F1 ACADEMY, der rein weiblichen Nachwuchsserie der FORMEL 1. Ziel ist es, junge Rennfahrerinnen im Motorsport zu fördern und ihnen den Weg in die F1 zu ebnen. Doriane Pin, die Weltmeisterin von 2025, ist aktuell Mercedes-Entwicklungsfahrerin – und wer weiß, wann die nächste Frau die Bühne erobern wird...