MEMOIR STORIES


HELDEN JENSEITS DER BILDSCHIRME



Die Königsklasse des Motorsports ist spektakulär, glamourös, dynamisch... und wird von leidenschaftlichen Menschen getragen, die unermüdlich im Einsatz sind. Darunter befinden sich Tausende von Freiwilligen, die für die perfekte Atmosphäre sorgen. Rennleitung, Hospitality-Personal, Entertainment, Medien – sie alle sind unverzichtbar und ermöglichen unvergessliche Erlebnisse in dieser einzigartigen Atmosphäre. Rund 1.000 Streckenposten pro  GRAND PRIX gewährleisten die Sicherheit auf und neben der Rennstrecke. Im Fahrerlager und in der Boxengasse gehören zu ihren Aufgaben beispielsweise die technische Abnahme, die Rennleitung und die Zeitmessung. Auf der Rennstrecke hat jeder Streckenposten seine wichtige Rolle: Rettung, Brandbekämpfung, schnelle Unfallversorgung, während die Fahrer in Sicherheit gebracht und auf Rettungskräfte gewartet wird, Signale mit Flaggen und Tafeln, Kommunikation mit der Rennleitung und Reinigung der Strecke. Vor dem Start und nach der Zielflagge sorgen sie zudem gelegentlich für Unterhaltung beim Publikum. Es kam jedoch zu schwerwiegenden Vorfällen.


Auch heute noch kam es immer wieder zu Beinahe-Zusammenstössen mit herannahenden Fahrzeugen, beispielsweise in Mexiko 2025 oder in Monaco 2017. Offizielle haben jedoch andere Unfälle nicht überlebt, und zwar in den Jahren 1975, 1977, 2000, 2001 und 2013. Beim ersten Unfall wurde Mark Donohue von Penske nach einem Reifenplatzer über die Leitplanke geschleudert (er verstarb später an den Folgen). In den Jahren 2000 und 2001 verletzte ein sich lösendes Rad jeweils einen Streckenposten tödlich. 2013 wurde ein Streckenposten bei der Bergung eines Fahrzeugs von einem Bergungsgswagen überfahren. 1977 ereignete sich in Kyalami folgender Vorfall: Zwei Männer rannten über die Start-Ziel-Gerade, um ein Feuer an einem neben der Strecke gestrandeten Fahrzeug zu löschen. Da die Strecke eben war, konnten sie von den ankommenden Autos kaum bemerkt werden. Der erste Fahrer entkam, doch der zweite wurde mit 270 km/h getroffen und mit zerrissener Kleidung in die Luft geschleudert. Er war sofort tot, nachdem er auf dem Kopf aufgeschlagen war. Aufgrund der grausamen Umstände weigerten sich die Ärzte beinahe, die Leiche zu identifizieren. Der Feuerlöscher, den das Opfer bei sich trug, traf den Helm und Schädel des beteiligten Fahrers, Tom Pryce, und tötete auch ihn augenblicklich.

Risiken gehören zum Motorsport. Motorsport ist gefährlich. Training und Konzentration sind entscheidend für mehr Sicherheit. Sie haben sich nicht immer ausgezahlt, aber die Fortschritte, die der Sport – insbesondere in puncto Sicherheit – erzielt hat, sind enorm. Dank Prozessen, die ständig analysiert und verbessert werden müssen, sind die vom Dachverband organisierten Veranstaltungen und Meisterschaften heutzutage hervorragend. Heftige Unfälle, die zum Drama und Reiz des Sports gehören, sorgen dafür, dass die Fahrer in den meisten Fällen keine schwerwiegenden Folgen erleiden und oft völlig unverletzt bleiben.