MEMOIR STORIES


BLACK JACK - DIE EINZIGE KRONE


In den ersten zehn Jahren der FORMEL 1 war das Fahren für ein eigenes Team weit verbreitet. Zeitweise fuhr mehr als die Hälfte der Fahrer in Wagen, die sie von Konstrukteuren gekauft hatten. Es gab auch private Teams, die beispielsweise nicht nach dem Fahrer, sondern nach dem Manager benannt waren. Doch 1962 begann sich ein historischer Herausforderer zu formieren.

Alles begann mit Sir Jack Brabham. Der gebürtige Sydneyer war Ingenieur und arbeitete als Mechaniker, hatte aber nie eine Rennfahrerkarriere angestrebt. Mit Anfang zwanzig begann Brabham, einen Rennwagen für seinen Fahrerkollegen zu bauen, der ihn schliesslich dazu ermutigte, ebenfalls Rennen zu fahren. Brabham folgte dem Rat, immer noch ohne die Absicht, Profi zu werden, und gewann Meisterschaften in Australien und Neuseeland. Das weckte das Interesse von Cooper. Brabham flog 1955 nach Grossbritannien, qualifizierte sich im angebotenen Cooper als Letzter und schied bei seinem ersten GRAND PRIX aus. Ein Jahr verging, doch am Steuer eines Maserati blieb das Ergebnis gleich. Die kompletten Saisons 1957 und 1958, wieder bei Cooper, endeten mit einem einzigen Punktgewinn. Etwas Pech kostete ihn einige Erfolge, doch insgesamt verlief die Saison enttäuschend.

Während seiner Zeit im Ausland erhielt Brabham aufgrund seiner dunklen Haare und seiner bisweilen einschüchternden Stille schnell den Spitznamen „Black Jack“. So setzte er 1959 und 1960 alles auf eine Karte, um Ruhm zu erlangen. Der Sieg beim Saisonauftakt, zwei Podiumsplätze, ein weiterer Sieg und Platz 3 in Monza führten zu seinem ersten WELTMEISTERSCHAFTSTITEL. Fünf Siege in Folge im Laufe der nächsten Saison besiegelten Brabhams Titelgewinn, der ihn nun zum zweifachen WELTMEISTER machte. 1962 gründete er zusammen mit Ron Tauranac die BRABHAM RACING ORGANISATION und fuhr als Fahrer-Konstrukteur in der FORMEL 1. Doch zunächst schien eine neue Krise bevorzustehen. Fünf Jahre lang kein Sieg, sein Teamkollege holte konstant mehr Punkte als er, und er dachte ans Aufhören.

1966 schlug der 40-jährige „Black Jack“ zurück. Vier Siege in Folge und insgesamt 43 Punkte machten Jack Brabham zum einzigen Fahrer, der mit einem selbstgebauten Wagen die WELTMEISTERSCHAFT gewann. Zusammen mit Bruce McLaren und Dan Guerney gehört Brabham auch zu den wenigen, die ein FORMEL-1-Rennen mit ihrem eigenen Fahrzeug gewinnen konnten. Das Brabham-Team sicherte sich 1967 seinen zweiten und letzten Doppeltitel, wobei Denny Hulme die Fahrerkrone errang. 1981 und 1983 gewann Nelson Piquet die Meisterschaft, und nachdem keine weiteren Erfolge erzielt wurden, zog sich das Team 1992 aus dem Motorsport zurück. „Black Jack“ verliess das Team bereits 1970, beendete seine FORMEL-1-Karriere, gründete den Motorenhersteller JUDD mit und fuhr in den folgenden Jahren weiterhin Rennen.