IKONISCHE MOTORSPORT LACKIERUNGEN
Farben wecken Emotionen. Zu Beginn der Meisterschaft trugen die Rennwagen bestimmte Lackierungen. Rot für Italien, Grün für Grossbritannien, Blau für Frankreich und Silber für Deutschland waren die bekanntesten. Tatsächlich war jede teilnehmende Nation mit einer bestimmten Farbe verbunden. Anfangs richtete sich dies nach dem Fahrer, später nach dem Konstrukteur, für den er fuhr. 1968 kamen Sponsoren hinzu und revolutionierten die Rennlackierungen. Zuvor hatten die Teams einfach die Logos ihrer Sponsoren auf die Chassis geklebt. Team Gunston unterstützte den rhodesischen Fahrer John Love, der seinen Namen auf seinem Wagen trug. Beim nächsten Rennen setzte Lotus auf die Farbkombination Rot, Gold und Weiss, die für Gold Leaf stand. Zwei Jahre später entstand die erste legendäre Lackierung: der schwarz-goldene John Player Special-Lotus. McLaren ging daraufhin eine Partnerschaft mit Marlboro ein und wurde für alle 23 Saisons Titelsponsor des Teams – die längste Partnerschaft in der Geschichte des Sports.
In den 1970er-Jahren stiegen die Kosten für Konstrukteure und Streckenbetreiber, um in der FORMEL 1 zu bleiben. Infolgedessen prägten neue Sponsorenverträge das Erscheinen der meisten Rennwagen, und die Tabakindustrie erwies sich als entscheidend für den Fortbestand des Sports in dieser Ära. Traditionelle Farben blieben dank Ferrari, Ligier und BRM erhalten. Titelsponsoren beeinflussten die Lackierungen jedoch weiterhin massgeblich. Im Jahr 2009 ist ausschliesslich noch Rosso Corsa populär, aber ein Jahr später ist Mercedes wieder am Start und fährt mit dem traditionellen Silber. 2017 kehrte McLaren teilweise zu Orange zurück, der Farbe, die vor dem ersten Sponsorenvertrag verwendet wurde. Ab 2018 fuhren sie in Papaya, der Farbe, mit der Gründer Bruce McLaren den ersten von vielen Siegen für das Team aus Woking errang. 2021 präsentierten sich Alpine und Aston Martin als neu aufgestellte Teams und kehrten respektive in Blau und British Racing Green zurück, um Motorsporttradition widerzuspiegeln.
Die kultigste, spektakulärste und auffälligste Lackierung auszuwählen, ist nahezu unmöglich, insbesondere angesichts der trendigen Einzelanfertigungen heutzutage. Dennoch stechen die Designs bestimmter Teams über die verschiedenen Epochen hinweg hervor und sind sofort erkennbar. Ferrari, McLaren, Lotus und Red Bull Racing. Alle sind einzigartig. Letztere Marke blieb in ihren „Bull“-Abschnitten unverändert, lediglich die Blautöne variierten. McLaren und Lotus sind dank der genannten Sponsoren seit jeher beständig. Und schließlich die Scuderia in Scharlachrot. Farbnuancen wurden zwar häufig verändert, doch der glorreiche Konstrukteur blieb seinem Charakter stets treu. Bekanntermassen nahmen jedoch auch nicht-rote Ferraris an mehreren GRAND PRIX teil, allerdings unter der Lizenz von NART (North American Racing Team). Aufgrund von Schwierigkeiten im Prototypenrennsport konnte Enzo Ferrari, genannt „Il Drake“, die Fahrzeuge vorübergehend nicht unter seinem Namen einsetzen. So gewann John Surtees, eingesetzt vom verwandten italienischen Team, 1964 am Steuer eines blau-weissen Ferraris seine einzige WELTMEISTERSCHAFT!